WISSENSSPEICHER

Bayerisches
Landesamt für
Denkmalpflege

Chinas Terrakottaarmee

31.08. - 21.10.06

Die bunten Krieger der Terrakottaarmee: Die Rekonstruktion der Farbfassungen

Die Terrakottaarmee aus der Grabanlage des Ersten Chinesischen Kaisers Qin Shihuangdi (gest. 221 v. Chr.) erscheint heute in einheitlichem Grau. Ursprünglich waren die Figuren jedoch leuchtend bunt bemalt. Analysen wiesen einen zweischichtigen Auftrag von Ostasiatischem Lack (chin. Qi, Jap. Urushi) als glänzende dunkelbraune Grundierung nach. Darauf wurden seidenmatte Farbschichten aufgetragen. Während die Pigmente vollständig bestimmt werden konnten, erwies sich das Bindemittel durch die lange Lagerung im Boden als fast vollständig abgebaut. Winzige Spuren lassen die Verwendung von Ei vermuten. 1999 gelang es erstmals, die Farbfassungen ganzer Figuren zu festigen. Diese wurden zum Ausgangspunkt weiterer Studien, welche auch die Anfertigung von Repliken in originaler Maltechnik ermöglichten. Zwei Gipskopien – ein Bogenschütze und ein General - wurden von chinesischen Lackmeistern mit Qi-Lack grundiert. Die Farbigkeit des Bogenschützen ist bis ins Detail gesichert. Für den General mussten dagegen Muster und Farbverteilungen von Einzelbefunden zusammengetragen werden. Bei der Umsetzung sind nicht nur chemische Analysen, sondern auch praktische, maltechnische Erfahrungen eingeflossen. In voller Anerkennung der Schwierigkeiten farblicher Rekonstruktionsversuche dürften die gezeigten Figuren jedoch den Eindruck frisch bemalter Originale bestmöglich widerspiegeln. Die Förderung der Maßnahme erfolgte durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung .

31.08. - 21.10.06 | MO, DI, MI, FR, SA 12.00-17.00, DO 12.00-19.00, SO geschlossen, Lange Nacht der Museen am 21.10. 19.00-02.00, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Hofgraben 4, 80539 München, siehe Lageplan 05

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